Wer zahlt den Makler beim Hauskauf?

Seit einiger Zeit gilt in Deutschland das sogenannte Bestellerprinzip, wenn es darum geht, wer für die Maklerprovision aufkommt. Das bedeutet: Wer einen Makler engagiert, muss diesen bezahlen. Gleich zu Anfang sei gesagt, dass diese Regelung ausschließlich auf Mietobjekte zutrifft. Beim Hauskauf greift das Bestellerprinzip allerdings nicht. Wer hier den Preis für den Makler bezahlen muss und welche Richtlinien und Regelungen in Deutschland gelten, lesen Sie in diesem Artikel.

Zahlt der Käufer oder Verkäufer einer Immobilie den Makler?

Wie erwähnt gilt das Bestellerprinzip beim Immobilienkauf oder -verkauf nicht. Hier liegt es im Ermessen der auftraggebenden Partei, wie sich die Maklergebühr nach erfolgreichem Vertragsabschluss aufzuteilen hat. In den meisten Bundesländern, wie auch bei uns in Nordrhein-Westfalen, ist es üblich, dass sich Käufer und Verkäufer die Bezahlung der Provision teilen. In nur wenigen Bundesländern kommen die Käufer üblicherweise allein für die Maklergebühr auf. Orientieren Sie sich bei der Verteilung der Maklercourtage am besten an regionalüblichen Prozentsätzen.

Muss es einen schriftlichen Maklervertrag geben?

Nein, es muss nicht unbedingt einen schriftlichen Maklervertrag geben. In einigen Fällen ist es so, dass Makler ihre Provision beispielsweise in einem Exposé oder in den Geschäftsbedingungen auf ihrer Webseite kenntlich machen. Mit der Inanspruchnahme von Maklerdiensten, die eine feste Provision als Bedingung enthalten, erklären Sie sich stillschweigend damit einverstanden, wenn Sie dieser nicht ausdrücklich widersprechen. Kurz gesagt: Der Makler muss darauf hinweisen, dass er bei erfolgreichem Vertragsabschluss eine Courtage verlangt. Weiter sind Makler dazu verpflichtet, Ihren Kunden eine Widerrufsbelehrung zukommen zu lassen. Seit Juni 2014 sind die Verbraucherrechte gestärkt worden. Wer einen Maklervertrag über das Internet, am Telefon oder per Post abschließt, der hat 14 Tage lang das Recht diesen Vertrag, ohne Angabe von Gründen, zu widerrufen. Erlischt das Interesse an einem Haus oder einer Wohnung, muss der Immobiliensuchende keinen Widerruf einreichen.

Wie hoch ist der Preis für einen Immobilienmakler?

Beim Immobilienkauf, der über einen Makler abgewickelt wird, ist die Höhe der Maklerprovision üblicherweise ein gewisser Prozentsatz des Kaufpreises. Eine genaue gesetzliche Regelung gibt es zwar nicht, allerdings ist es üblich, dass sich die Maklerprovision an den ortsüblichen Preisen orientiert. Zwar sind die Anteile in den Bundesländern unterschiedlich, meist liegen sie zwischen vier und sieben Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer. Die regionalen Prozentsätze sind nicht verpflichtend einzuhalten, jedoch dürfen Makler ihre Provision nicht deutlich darüber festsetzen.

Kann die Maklerprovision ungültig sein?

Ja. Zumindest hat das Oberlandesgericht Frankfurt (Az.: 18 U 59/07) in einem Fall für die Käuferin entschieden. Der Makler hatte weit mehr als die ortsübliche Provision verlangt und forderte 12 Prozent vom Kaufpreis. Das Gericht entschied, dass die Höhe der Courtage eine Sittenwidrigkeit darstellt und der Maklervertrag somit unwirksam ist. Die Käuferin bekam das an den Makler bereits bezahlte Geld zurück.

Wann muss der Makler bezahlt werden?

Bis zum Vertragsabschluss ist die zu zahlende Provision an den Immobilienmakler verhandelbar. Im Kaufvertrag sollte geregelt sein, welchen Anteil Käufer und Verkäufer übernehmen. Erst wenn der Kaufvertrag beim Notar unterschrieben ist, gilt die Maklerprovision als fällig. Üblicherweise wird der Makler zwischen sieben und 14 Tage nach Abschluss des Vertrags bezahlt.

Kann die Maklerprovision von der Steuer abgesetzt werden?

Steuerlich absetzbar ist die Maklerprovision dann, wenn Sie mit Ihrer Immobilie Einnahmen erzielen. Beispielsweise kaufen Sie Immobilien, um diese weiter zu vermieten, resultieren daraus für Sie Mieteinnahmen. Bewohnen Sie die gekaufte Immobilie allerdings selbst, haben Sie keine Einnahmen und können dementsprechend nichts beim Finanzamt geltend machen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Das Team von Enger & Dittrich Immobilien steht Ihnen rund um das Thema Hauskauf zur Verfügung.

1 Comment

  1. Markus on 18. April 2018 at 22:49

    Toller Beitrag! Finde ich so gut.
    Damals war das ganze bisschen unübersichtlich.

    Liebe Grüße
    Markus

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